Oberfläche
Von vorne siehst du eine Silhouette und ein Gesicht. Es zeigt die sichtbare Oberfläche: einen Menschen, der funktioniert, ruhig wirkt und nach außen scheinbar alles im Griff hat.
Gruppenausstellung / Bad Ischl / Venedig / Wien
UNSICHTBARE ARBEIT
Eine Arbeit von Susanne Meerwald-Stadler im Rahmen der Gruppenausstellung „MENTAL LOAD – UNSICHTBARE ARBEIT“.
Objekt · Projektion · VR-Experience
Wenn Mitdenken Verantwortung wird
Zwischen sichtbarer Oberfläche und innerer Gedankenlast entsteht eine Arbeit über das, was im Alltag oft verborgen bleibt.
Ausstellungsposter · MENTAL LOAD – UNSICHTBARE ARBEIT
Ausstellungsinformationen
Gruppenausstellung über unsichtbare Arbeit.
Organisation: Die Angewandte
Künstlerische Position
Vielleicht ist dir nicht sofort klar, worum es geht. Genau das ist Teil der Arbeit.
Während Mental Load oft als unsichtbare Arbeit beschrieben wird, interessiert mich besonders der Moment, in dem diese Unsichtbarkeit kippt: wenn man genauer hinschaut, sich bewegt, etwas verdeckt – und schließlich selbst in die Gedankenlast eintritt.
Diese Arbeit lädt dich dazu ein, kurz stehen zu bleiben und wahrzunehmen, was sonst leicht übersehen oder ignoriert wird.
Was ist Mental Load?
Mental Load ist die unsichtbare Gedanken- und Verantwortungsarbeit, die im Alltag ständig mitläuft: Erinnern, Planen, Vorausdenken, Entscheiden und Überprüfen.
Oft sieht man nur die erledigte Aufgabe, nicht aber die vielen Gedanken davor und danach. Mental Load entsteht überall dort, wo Verantwortung im Kopf weiterarbeitet: im Privaten, im Beruf und überall, wo Menschen vorausdenken, organisieren, entscheiden und überprüfen müssen.
Mental Load ist nicht nur viel denken. Mental Load ist verantwortlich sein fürs Daran-Denken.
So begegnest du der Arbeit
Das Objekt zeigt nicht alles auf den ersten Blick. Es verbindet Figur, Projektion und VR zu einer Erfahrung über Mental Load. Erst durch Bewegung, Perspektivwechsel und den Eintritt in die virtuelle Ebene wird sichtbar, was unter der Oberfläche mitläuft.
Von vorne siehst du eine Silhouette und ein Gesicht. Es zeigt die sichtbare Oberfläche: einen Menschen, der funktioniert, ruhig wirkt und nach außen scheinbar alles im Griff hat.
Geh links um die Figur herum und schau hinter die Kulisse. Dort wird eine Projektion sichtbar: Wörter erscheinen auf der Silhouette. Diese Wörter stehen für Gedanken, Aufgaben, Sorgen und Verantwortlichkeiten, die im Inneren mitlaufen.
Deine eigene Position verändert dabei, was sichtbar bleibt. Je nachdem, wo du stehst, verdeckst du mit deinem Körper Teile der Projektion – so wie im Alltag eigene Gedanken, Belastungen und Perspektiven den Blick auf das verdecken können, was andere innerlich tragen.
Die Arbeit im Raum
Die Installation besteht aus einer Silhouette mit holografischem Gesicht, einer Projektion auf den Körper und einer VR-Experience. Besucher:innen begegnen der Arbeit zuerst von außen – und treten anschließend in die innere Gedankenlast ein.
VR-Experience
Während das Objekt von außen sichtbar macht, dass hinter einer ruhigen Oberfläche Belastungen liegen können, lässt dich die VR-Experience diese innere Bewegung selbst erleben.
Die VR-Experience beginnt mit dem Läuten eines Weckers. Ein neuer Tag startet – und mit ihm die Gedankenliste im Kopf. Noch bevor etwas passiert ist, tauchen erste Wörter auf: Aufgaben, Erinnerungen, Sorgen und Verantwortlichkeiten.
Nach und nach kommen weitere Gedanken und Stimmen dazu. Was zuerst noch einzeln wahrnehmbar ist, wird dichter, lauter und schwerer auszublenden.
Die Erfahrung orientiert sich an vier Phasen kognitiver Arbeit: Antizipation, Möglichkeiten erkennen, Entscheiden und Prüfen.
So wird Mental Load in der VR räumlich spürbar: als innere Liste, die nicht einfach endet, sondern läuft und läuft und läuft …
Vier Phasen kognitiver Arbeit
Die Arbeit orientiert sich an vier Phasen kognitiver Arbeit: Antizipation, Möglichkeiten erkennen, Entscheiden und Prüfen.
01
Was kommt auf mich zu?
Gedanken tauchen auf, bevor etwas passiert: Termine, Bedürfnisse, Probleme, Aufgaben.
02
Was könnte ich tun?
Im Kopf werden Optionen durchgespielt, Lösungen gesucht und mögliche Folgen abgewogen.
03
Was mache ich jetzt?
Aus vielen Möglichkeiten wird eine Handlung gewählt. Auch kleine Entscheidungen kosten Aufmerksamkeit.
04
Habe ich an alles gedacht?
Die getroffene Entscheidung bleibt im Kopf: Wurde es erledigt? Passt es noch? Muss ich nachsteuern?